Neues Glücksspielgesetz in Curacao bringt neue Lizenzen und unabhängige Aufsichtsbehörde

Böse Zungen behaupten oftmals, dass die gesamte Wirtschaft der Karibikinsel Curacao aus Tourismus, Briefkastenfirmen und Glücksspiel besteht. Vor allem letzterer Bereich ist vielen europäischen Staaten seit Jahren ein Dorn im Auge, schließlich konnte fast jedes Unternehmen hier eine Online Casino Lizenz erwerben. Geht es nach dem Willen der amtierenden Regierung des Inselstaates, ist jedoch schon bald Schluss mit der bisherigen Konzessionsvergabe, die aufgrund des Systems mit Master- und Unterlizenzen in der Hand von wenigen privaten Firmen lag. Ein neues Glücksspielgesetz soll nämlich nicht nur die Vergabe von Lizenzen komplett neu ordnen, sondern ebenso wird erstmals eine unabhängige Glücksspielaufsichtsbehörde mit weitreichenden Befugnissen in Curacao geschaffen.

Ein neues Glücksspielgesetz in Curacao auf Druck der Niederlande

Auch wenn die Insel Curacao noch immer ein Teil des Königreichs der Niederlande ist, genießt das Land bis auf wenige Ausnahmen wie bei der Außenpolitik eine große Selbstständigkeit. Aus diesem Grund war es über viele Jahre trotz großen Ungemachs über die Online Casinos mit Lizenz aus Curacao für die niederländische Regierung nahezu unmöglich, großen Einfluss auf die Inselregierung auszuüben. Die Coronapandemie hat dieses Verhältnis der beiden Staaten zueinander allerdings maßgeblich zuungunsten der Karibikinsel verschoben. So blockierte die niederländische Regierung in 2020 lange Zeit Hilfsgelder an Curacao, bis deren Regierung schließlich versprach, die gesamte Glücksspielregulierung neu aufzustellen. Auch wenn das Thema seitdem mehr oder weniger fast wieder in Vergessenheit geriet, waren die Politiker in Curacao nicht untätig und haben nun einen Entwurf für ein neues Glücksspielgesetz vorgelegt. Dieses muss noch vom Parlament verabschiedet werden, was laut dem amtierenden Finanzminister Javier Silvania voraussichtlich bis spätestens Ende dieses Jahres geschehen soll.

Bei der Erstellung des Entwurfs über ein neues Glücksspielgesetz arbeiteten die Politiker und Beamten in Curacao eng mit der niederländischen Regierung sowie dem Berater Mario Galea zusammen. Letzterer führte zwischen 2004 und 2008 die Lotteries and Gaming Authoritys in Malta, aus der später die heutige MGA hervorging.

Schluss mit Masterlizenzen in der Hand weniger Firmen

Dass in den letzten Jahren die Online Casino Lizenz aus Curacao stetig an Reputation verlor, ist vor allem dem aus heutiger Sicht absurden Lizenzsystem geschuldet. Vier private Unternehmen halten sogenannte Masterlizenzen und können nach eigenem Ermessen wiederum unbegrenzt viele Unterlizenzen vergeben, ohne dass dabei die Regierung oder Behörden großartige Einflussmöglichkeiten besitzen. Diese Auslagerung der Kontrolle an private Unternehmen führte nicht nur zu einer Flut an unseriösen Online Casino Anbietern mit einer solchen Konzession, sondern sorgte ebenfalls für Kontrollverlust und mangelnde Übersicht. So war der Regierung in Curacao lange Zeit überhaupt nicht klar, wie viele Unterlizenzen in all den Jahren vergeben wurden und wer hinter einigen konzessionierten Glücksspielunternehmen überhaupt steht. Vor diesem Hintergrund ist es wenig überraschend, dass es mit dem neuen Glücksspielgesetz der Politik in Curacao vor allem darum geht, die Kontrolle zurückzuerlangen und den schlechten Ruf der Regulierung deutlich zu verbessern.

Um diese Ziele langfristig zu erreichen, wird es in Zukunft mit dem neuen Glücksspielgesetz zu erheblich Änderungen bei der Lizenzvergabe an Online Casinos in Curacao sowie bei der Durchsetzung der neuen Regeln geben. Als erste Maßnahme ist die Schaffung einer neuen unabhängigen Glücksspielaufsichtsbehörde geplant, die den Namen Curacao Gaming Authority tragen soll. Sie wird nicht nur die Vergabe der neuen Lizenzen managen, sondern ebenso für die Kontrolle der Lizenznehmer sorgen. Erstmals soll es dann endlich möglich sein, Schwarze Schafe zu sanktionieren oder ihnen gar die Konzession gleich ganz zu entziehen. Der bisherige Missbrauch einiger zwielichtiger Anbieter innerhalb des Masterlizenzsystem soll damit endlich abgestellt werden. Bisherige Halter einer solchen Unterlizenz müssen sich in Curacao dann mit Inkrafttreten des neuen Glücksspielgesetzes eintragen lassen und können eine 12-monatige Übergangslizenz erhalten. In diesem Zeitraum kann dann eine der zwei neuen Lizenzen für Glücksspielanbieter und Lieferanten beantragt werden.

Das geplante neue Glücksspielgesetz von Curacao im Überblick!

CGA 400
  • Gründung der Curacao Gamming Authority
  • Neue Lizenzen für B2B und B2C
  • Drei Mitarbeiter in Schlüsselposition im Land
  • Zusammenarbeit mit anderen Glücksspielbehörden

Vorläufige geplante Kosten einer B2C-Lizenz in Curacao!

  • Lizenzantrag: 4.000 Euro
  • Lizenzgebühr pro Jahr: 12.000 Euro
  • Regulierungsgebühr für jede URL pro Monat: 250 Euro

Ohne Präsenz vor Ort keine Lizenz

Das es äußerst schlecht möglich ist, ein Unternehmen zu bestrafen, wenn dieses nur über einen Briefkasten im Land verfügt, ist ziemlich einleuchtend und war bislang einer der großen Knackpunkte in Sachen Glücksspielregulierung auf der Karibikinsel. Dies soll sich jedoch ebenfalls mit dem geplanten neuen Glücksspielgesetz in Curacao ändern. In Zukunft muss jeder Lizenznehmer über eine gewisse Präsenz an Mitarbeitern auf der Insel verfügen. Hierbei ist von mindestens 3 Angestellten in Schlüsselpositionen die Rede, ohne dass dabei jedoch genauer ins Detail gegangen wird. Eine Position dürfte sicherlich die Geldwäscheprävention betreffen und eine andere die Kontaktperson zwischen dem Unternehmen und der neuen Curacao Gaming Authority. Zusammen mit der neu zu schaffenden Glücksspielaufsichtsbehörde und ihren Kompetenzen dürfte dadurch der regulatorische Druck sowie die Möglichkeiten zum Vollzug drastisch erhöht werden. Zu guter Letzt soll die neue CGA nach dem Vorbild in Europa ebenfalls die Zusammenarbeit mit anderen nationalen Glücksspielbehörden stärken.

Bei all diesen neuen Vorgaben werden sicherlich einige unseriöse Online Casinos recht schnell das Handtuch werfen und sich von ihrer Online Casino Lizenz in Curacao trennen. Hierzu erklärte der Finanzminister des Karibikstaates Javier Silvania, dass dies für das Land keinen Verlust darstellen würde. Bislang hätte die Insel ohnehin von diesen Firmen keinerlei finanzielle oder wirtschaftliche Vorteile gehabt, da der Großteil der Konzessionsgebühren an die Halter der vier Masterlizenzen geflossen war. Zudem hätten die Schwarzen Schafe der Reputation der Lizenz geschadet, weshalb nun vielleicht andere seriöse Anbieter eher bereit sind, sich eine Konzession aus dem Inselstaat zu besorgen. In großen Teilen Asiens, Afrikas oder Südamerikas gibt es bislang noch wenig nationale Regulierungen und Lizenzsysteme, weshalb in diesen Glücksspielmärkten eine solche Lizenz durchaus Sinn macht.

Nicht nur für die Reputation der Online Casino Lizenz aus Curacao ist das geplante neue Glücksspielgesetz von entscheidender Bedeutung, sondern ebenso für die gesamte Insel. Aufgrund von zu laxen Regularien in Bezug auf Geldwäscheprävention und Terrorfinanzierung wurde erst in 2021 Malta auf die sogenannte Grauliste der Financial Action Task Force gesetzt, mit äußerst negativen Auswirkungen. Nachdem Malta die Probleme abstellte und wieder nach einem Jahr gestrichen wurde, traf es zuletzt Gibraltar als weiteren wichtigen Standort für internationale, grenzüberschreitende Glücksspielregulierung. Mit dem neuen Glücksspielgesetz könnte Curacao das gleiche Schicksal in Zukunft erspart bleiben.

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